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Liebe

Jeder sucht danach, doch nur wenige finden sie.

Wie ist das möglich? Wie kann etwas so schwer zu finden sein, nachdem sich die ganze Menschheit sehnt? Über die Liebe zu schreiben und zu singen ist ein Wettstreit der Poeten und Liedermacher, seit es diese Genre gibt. Nie hat jemand schöner darüber gesungen und ist dramatischer daran gescheitert, als Whitney Houston.


Die Erklärung ist simpel und tragisch zugleich: weil nahezu jede*r an der falschen Stelle sucht.


Frauen suchen die Liebe in den Armen von Männern, und Männer in den Schößen von Frauen - und sie werden sie dort jeweils niemals finden. Immer wieder ist die Hoffnung damit verbunden, der oder die andere sei der fehlende Teil, der einen selbst vollständig werden lässt. Am Anfang ist man sich ganz sicher, endlich die Person gefunden zu haben, die einen von der eigenen Einsamkeit erlöst. Plötzlich fühlt sich alles so lebendig an, so aufregend - endlich! Und nach einer Weile kommt die Ernüchterung. Zunächst schwor man sich, notfalls mit dem anderen durch die Hölle zu gehen, wie Osho es so schön formuliert hat, um dann an eines morgens, irgendwann später, im Badezimmer angekommen, schon zu kapitulieren, weil die Zahnpasta-Tube und die Haare im Waschbecken und .... - du weißt schon, wovon die Rede ist.


Der oder die Andere ist doch nicht der fehlende "Seelenanteil", die "Seelenverwandte", die man bis dahin glaubte endlich gefunden zu haben. Allerdings liegt das nie an der anderen Person, sondern an dem, was du in sie hinein gedichtet hast. Was du in ihr sehen wolltest, um endlich deiner Einsamkeit zu entkommen. Dieses Loch in dir, das du als Selbstzweifel, Leere und Traurigkeit wahrnimmst, kann ein anderer Mensch nicht füllen.


Wenn du den Mut findest, die Verantwortung dafür ganz zu dir zu nehmen und nicht mehr deinen Mann, deine Geliebte oder sonst jemanden die Schuld dafür gibst, dann bleibt nur noch ein Ort auf der ganzen Welt, an dem du nach deiner großen Liebe suchen kannst. Endlich deine Sehnsucht nach Vollständigkeit und Eins-Sein Erfüllung und Erlösung findet. In dir!


Es beginnt mit der Liebe zu dir selbst. Wie sonst solltest du die Liebe entdecken, wenn du nicht bei dir anfängst? Dieses Liebe zu dir selbst ist ein "Ja" zu deiner Existenz. Ein "Ja", dass du lebst, und dass du der Liebe wert bist. Und wenn du beginnst, dieses bedingungslose "Ja" in dir zu spüren, dann kannst du gar nicht anders, als diese Liebe in die Welt zu tragen. Sie beginnt aus dir heraus zu sprudeln und trifft jeden, der gewissermaßen "im Wege steht". Du kannst gar nicht mehr anders, als alle Menschen zu lieben. Liebe ist in ihrem Wesen nicht teilbar, weil sie keine Unterschiede macht. Bis dahin glaubtest du vielleicht noch, du würdest deine Kinder, oder deine Frau, oder deinen Mann mehr lieben, als alles andere auf der Welt. Aber das war eine Illusion. Es hat mehr dein Bedürfnis nach Sicherheit und Zugehörigkeit befriedigt, als dass es Liebe war.


Du kannst nicht das eine lieben und das andere verabscheuen. Liege ist unteilbar. Wahre Liebe ist immer da. Vielleicht kannst du sie nicht kontinuierlich wahrnehmen. Das ist allerdings nicht der Liebe zuzuschreiben, sondern vielmehr dem Umstand geschuldet, dass du ihr im Wege stehst. Liebe ist ein Seins-Zustand. Etwas, das man nicht machen kann. Du kannst dich für die Liebe öffnen und dich von ihr erfassen lassen. Mehr ist nicht zu tun. Trete aus dem Weg und erlaube der Liebe, dass sie ganz von dir Besitz ergreift.


Vollständig zu lieben bedeutet nicht, nie wieder traurig, oder verzweifelt zu sein. Zu lieben heißt, dich vollständig der Ewigkeit hinzugeben und nichts vom Leben zu wollen. Wenn du aufhörst, dich nach der Liebe zu sehnen, dann kann sich das Tor zur Unendlichkeit öffnen, und das ganze Leben steht dir mit all seinen Möglichkeiten zur Verfügung.


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